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Einsatz der Mikroalge Pavlova spec. als alternatives Futtermittel für die Larvenaufzucht in der marinen Aquakultur

Gesamtziel des Vorhabens

Aufgrund hoher Wachstumsraten in der marinen Aquakultur ergibt sich ein steigender Bedarf an geeigneten Futtermitteln für marine Fischlarven. Bisher kann dieser Bedarf durch konventionelle Trockenmischfuttermitteln noch bereitgestellt werden. Marine Mikroalgen gelten als ideale Larvenfuttermittel vor allem in Kombination mit natürlichen Nährorganismen wie Rotatorien und Salinenkrebschen. Dabei muß durch die Futtermittel der hohe Bedarf der marinen Fischlarven an den beiden essentiellen Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure gedeckt werden. Die wenigen bisher für die Fütterung mariner Fischlarven produzierten Mikroalgenarten (v.a. Nannochloropsis und Isochrysis) enthalten jeweils nur eine der beiden essentiellen Fettsäuren. Im Gegensatz dazu ist die Mikroalgen Pavlova in der Lage beide Fettsäuren parallel zu synthetisieren. Allerdings ist die industrielle Produktion dieser Mikroalge besonders aufgrund ihrer höheren Empfindlichkeit gegenüber Scherkräften und hohen Temperaturen (>28°C) bisher nicht möglich. In diesem Projekt soll deshalb die Verfahrenstechnik zur industriellen Produktion, Ernte und Produktformulierung dieser Algenart entwickelt werden. Dazu werden vom Projektpartner Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel umfangreiche Kultivierungsexperimente im Labor (1Liter bis 250Liter) mit industriell relevanten Bedingungen aus dem Gewächshaus (u.a. schwankendes Licht-, Temperaturangebot) durchgeführt. Parallel dazu modifiziert der Antragsteller BlueBioTech GmbH verschiedene Photobioreaktorkomponenten für Kultivierungsexperimente mit Pavlova- Algen im Gewächshaus. Ausserdem werden vom Antragsteller geeignete Ernte- und Konservierungsverfahren für diese Alge entwickelt. Die in den Kultivierungsexperimenten im 250L und 1000L Maßstab produzierten Pavlova-Algen werden in unterschiedlicher Produktformulierung vom Kooperationspartner Gesellschaft für marine Aquakultur zur Anreicherung von Rotatorien und Salinenkrebschen und anschliessenden Verfütterung mariner Fischlarven eingesetzt. Abschließend sollen bei der GMA die Pavlova- Algen in Fütterungsexperimenten mit marinen Fischen auch genutzt werden um in Futtermitteln für adulte Fische den Fischölanteil graduell zu ersetzen. Dies ist vor dem Hintergrund begrenzter Fischölerträge und eines steigenden Fischölbedarfs von entscheidender Bedeutung zur Sicherstellung ausreichender Futtermittelmengen für die Aquakultur.

Als Ergebnis dieses Projektes möchte die Firma BlueBioTech die Pavlova-Algen als Futtermittel für marine Fischlarven und längerfristig auch als Alternative zu Fischöl für adulte Fische produzieren. Beides würde zu einer deutlichen Schonung natürlicher Ressourcen und Erschliessung weiterer Potentiale der marinen Aquakultur führen.

Projektfinanzierung:

DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Projektleiter:

Prof. Dr. Carsten Schulz, wissenschaftlicher Leiter der GMA

Projektmitarbeiter:

Sabine Rehberg

Projektzeitraum:

01/2011 - 12/2013

 

 

 

FTZ - Forschungs- und Technologiezentrum Westküste
BlueBioTech