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Entwicklung einer oralen Applikationstechnik zur Antikörper induzierten Wachstumssteigerung in der Aquakultur

Gesamtziel des Vorhabens

Gesteigertes Wachstum führt über eine Verkürzung des Produktionszeitraums zur Ertragssteigerung und ist im Hinblick auf die Produktion eine der wichtigsten ökonomischen Stellgrößen um die effiziente Auslastung der Anlagen anzustreben. Diese Bestrebungen haben sich in der Vergangenheit in der Verwendung von wachstumssteigernden Antibiotika, den in den USA forcierten Vorstoß zur Nutzung transgener Fischarten aber auch in der Applikation endokriner Wachstumshormone gezeigt. Die genannten Applikationen sind jedoch aufgrund der möglichen ökologischen Auswirkungen und den potenziellen Gesundheitsgefahren für den Konsumenten in der EU bereits verboten. Neue Untersuchungen zur Wachstumsregulation haben jedoch gezeigt, dass das Wachstum der Fische anders als das höherer Wirbeltiere weniger durch die wachstumsfördernden Auswirkungen der Wachstumshormone (GH-IGF-System) als vielmehr durch den inhibitorischen Einfluss des Somatostatins (SS) reguliert wird. So konnte gezeigt werden, dass eine verminderte Inhibition zu deutlichen Wachstumseffekten führt. Mittels eines spezifischen Antikörpers lässt sich der Wachstumsinhibitor Somatostatin binden. Wir konnten in einer Untersuchung zeigen, dass diese Bindung die Inhibition neutralisiert und damit zu einer deutlichen Wachstumssteigerung führt (Publikation submitted). Zur Steigerung der Wachstumsleistung soll ein technisches Verfahren zur oralen Antikörperapplikation erarbeitet werden. Die Antikörper sollen dabei aus Hühnereiern gewonnen werden, was geringe Produktionskosten, einfache Antikörpergewinnung und sehr hohe Ausbeuten garantiert. Mögliche negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Fischgesundheit sollen anhand von immunologischen Parametern überprüft werden. Erstmalig soll ferner geklärt werden, ob das angestrebte Verfahren nicht nur zu beschleunigtem Wachstum sondern auch zu einer verbesserten Futterverwertung (food conversion efficiency) führt.

Projektfinanzierung

Bundesanstalt für Landwirtschaft unf Ernährung

Projektleiter

Dr. Sven Würtz

Prof. Dr. Carsten Schulz

Projektmitarbeiter

Anja Winkelbach

Projektzeitraum

1. Februar bis 31. Dezember 2013

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei

Das IGB ist das bundesweit größte und eines der international führenden Forschungszentren für Binnengewässer.