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Entwicklung von Futtermittelzusatzstoffen auf der Basis von Miesmuscheln (Mytilus edulis)

Gesamtziel des Vorhabens

Die Futtermittelbereitstellung nimmt bei der prognostizierten Steigerung der Aquakulturproduktion eine Schlüsselstellung ein, da diese nur bei Sicherstellung der erforderlichen Futterrohstoffe erreicht werden kann. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Futtermittel mit hohen Anteilen an fischmehl- und fischölbürtigen Rohstoffen, welche vorwiegend für die Aufzucht von karni- und omnivoren Fischspezies eingesetzt werden. Aufgrund der offensichtlichen Verknappung und einhergehenden Verteuerung der Rohstoffe müssen alternative Futtermittelrohstoffe gefunden werden, die eine kostengünstige und physiologisch an die Bedarfssituation der Fische angepasste Qualität garantieren. Hierzu werden insbesondere pflanzliche Rohstoffe eine zunehmende Bedeutung erlangen, die eine hohe Marktverfügbarkeit besitzen und sich durch Anwendung verschiedener Aufbereitungsverfahren ernährungsphysiologisch optimieren lassen. Zur Gewährleistung hoher Wachstumsleistungen werden heutzutage vermehrt pflanzliche Proteinkonzentrate und -isolate eingesetzt. Durch Aufreinigung des pflanzlichen Proteins kann bei einigen Fischarten eine Substitution des fischmehlbürtigen Proteins von bis zu 75 % erzielt werden, ohne die Nährstoffverwertung zu beeinflussen. Allerdings zeigt sich dabei, dass das Appetenzverhalten der Fische häufig herabgesetzt ist. Somit bewirkt die reduzierte Futteraufnahme nachlassende Wachstumsleistungen in der Ernährung vieler Fischarten. Untersuchungen zum Futteraufnahmeverhalten von Fischen zeigten, dass vor allem freie Aminosäuren wie Alanin und Glycin als auch Betain und Inosin als Stimulantien wirken können. Eine weitaus höhere Akzeptanz der Fische wird bei Verwendung von Futtermitteln mit Extrakten aus natürlichen Nährorganismen beobachtet. Im beantragten Forschungsvorhaben soll deshalb die Nutzung von unterschiedlich aufbereiteten Extrakten aus Miesmuschelfleisch (Mytilus edulis) zur Erhöhung der Futteraufnahme von Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) und Steinbutt (Scophthalmus maximus) untersucht werden. Dabei sollen Verfahren erarbeitet werden, die eine industrielle Nutzung zur Bereitstellung von Futtermittelzusatzstoffen in der Fischernährung erlauben.

Projektfinanzierung

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Projektleiter

Prof. Dr. Carsten Schulz, Wissenschaftlicher Leiter der GMA

Projektmitarbeiter

Dr. Florian Nagel

Projektzeitraum

1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2013

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei

Das IGB ist das bundesweit größte und eines der international führenden Forschungszentren für Binnengewässer.