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Verfahrensentwicklung und Anlagenkonzeption für die extraktive Aquakultur von Muscheln und Makroalgen in der Ostsee Extractive Baltic Aquaculture of Mussels and Algae – EBAMA)

Projektbeschreibung:

Die Ostsee ist ein nahezu vollständig geschlossenes Randmeer, welches für Eutrophierung von Natur aus sehr anfällig ist. Überdies gehören ihre Küsten zu den am dichtesten besiedelten der Erde. Anthropogene Nährstoffeinträge tragen in der Ostsee zu erhöhten Nährstoffkonzentrationen bei, welche in verstärkten Planktonblüten, verringerter Transparenz und Sauerstoffmangel resultieren. Um diese Nährstoffanreicherung zu mildern und somit die Wasserqualität zu verbessern, müssen (i) die Einträge  verringert und (ii) die vorhandenen Nährstoffe reduziert werden. Einen Lösungsansatz bietet die extraktive Aquakultur, also die Kultur von Organismen, die Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen. Dieser Ansatz steht in Form einer kombinierten Kultur von Algen und Muscheln im Fokus von EBAMA. Wir haben für unser Projekt im Speziellen die kombinierte Zucht von Braunalgen (Zuckertang,  Saccharina latissima) und Miesmuscheln (Mytilus edulis) an künstlichen Substraten geplant.
Beides sind einheimische, häufig vorkommende Organismen mit hohen Wachstumsraten. Sie benötigen keinerlei Zufütterung, da sie sich ausschließlich von den im Wasser befindlichen Nährstoffen ernähren. Durch eine kontrollierte Zucht von Organismen (Aquakultur) an Langleinen werden die Wildbestände und ihr natürlicher Lebensraum geschont. Die Kultivierung dieser Meeresorganismen eröffnet auch einen Lösungsansatz für ein weiteres wichtiges Problem der Weltmeere, nämlich der Überfischung. Knapp ein Drittel der angelandeten Fische endet in Form von Fischmehl und Fischöl als Futtermittel für die Fischzucht. Die darin enthaltenen notwendigen Inhaltsstoffe (besonders die langkettigen Fettsäuren) lassen sich statt aus wild gefangenen Fischen auch aus Miesmuscheln und Algen gewinnen, und vielleicht können in Zukunft kultivierte Meeresorganismen an die Stelle wild gefangener Fische in der Futtermittelindustrie treten.

Die Firma Coastal Research & Management (CRM) züchtet bereits seit 10 Jahren erfolgreich Zuckertang. Auch die Zucht von Miesmuscheln ist im westlichen Teil der Ostsee erfolgversprechend. In Studien hat sich bereits herausgestellt, dass die Wachstumsraten sowohl von Algen als auch von Miesmuscheln in Anwesenheit der jeweils anderen Art gesteigert werden konnten. Neben biologischen sollen technologische Fragestellungen zur nachhaltigen Kultivierung mariner Organismen bearbeitet werden. Die GMA trägt als Kooperationspartner mit Know-How und Epertise zum Gelingen dieses Projekts bei.

Die Ergebnisse von EBAMA sollen die Grundlage für eine umweltverträgliche, ökonomisch und ökologisch nachhaltig wirtschaftende Aquakultur bilden.

Projektfinanzierung

DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Projektmitarbeiter

Dr. Peter Krost, Geschäftsführer Coastal Research & Management
Prof. Dr. Carsten Schulz, Wissenschaftlicher Leiter GMA
Dipl. Biol. Yvonne Rößner, Doktorandin

Projektzeitraum

Januar 2010 bis Dezember 2012

 

 

Coastal Research & Management
Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) mbH

Die GMA hat sich zum Ziel gesetzt, den Entwicklungsprozess der Aquakultur und im speziellen der Marinen Aquakultur im Bereich der angewandten Forschung zu begleiten und zu unterstützen. Am Standort Büsum ist dazu 2009 ein Forschungszentrum entstanden, das nach den neuesten wissenschaftlichen und technischen Vorgaben eingerichtet ist.