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Konzeptionierung einer umweltverträglichen, marinen Aquakultur an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste

Das MELUR SH (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein) kommt in seiner Aquakulturstrategie für Schleswig-Holstein zu dem Schluss, dass an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein grundsätzlich Potentiale für eine rein extraktive (Muschel- oder Algenzucht) oder integriert multitrophische Aquakultur (IMTA, Kombination von Fischzucht mit extraktiven Komponenten) bestehen. Rein extraktive bzw. nährstoffneutrale Aquakulturanlagen sind so konzipiert bzw. können so betrieben werden, dass es zu keiner Beeinträchtigung von Küstengewässern und deren Lebensräumen durch Nährstoffemissionen oder andere Wirkungen kommt. Derzeit sind an der deutschen Ostseeküste keine Aquakulturanlagen im technischen – wirtschaftlichen Maßstab vorhanden, es gibt lediglich einige wenige Kleinstanlagen. Bisher liegen für IMTA Anlagen in der Ostsee weder belastbare betriebswirtschaftliche Daten, noch Erkenntnisse zur Umweltverträglichkeit i.w.S. (insbesondere Aspekte der Nährstoffkompensation in IMTA sowie ökosystemare Auswirkungen) für die spezifischen Bedingungen der deutschen Ostseeküste vor. Um beurteilen zu können, ob solche Anlagen in Schleswig-Holsteinischen Küstengewässern der Ostsee erfolgreich etabliert und insbesondere ob sie im Einklang mit den ökosystemaren Verbesserungsgeboten der EG-Wasserrahmenrichtlinie und Meeresstrategie Rahmenrichtlinie betrieben werden können, hat das MELUR festgelegt, dass vor einer Entscheidung über mögliche weitere Schritte in Bezug auf Aquakulturanlagen in der Ostsee zunächst betrachtet werden soll, ob rein extraktive oder strikt nährstoffneutrale Aquakulturanlagen (multitrophische Systeme) ohne zusätzliche Beeinträchtigung der bereits kritisch belasteten Küstengewässer und ihrer Lebensräume realisiert werden können. Dazu soll eine wissenschaftliche Konzeptionierung einer IMTA-Anlage und einer extraktiven Aquakulturanlage erfolgen.