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Einfluss von Resveratrol und Resveratrol-reicher Extrakte auf die endogene Synthese langkettiger Omega-3-Fettsäuren - Studien in Zellkultur in vitro sowie bei Regenbogenforelle und Wolfsbarsch in Aquakultur

Die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind von bedeutender gesundheitlicher Relevanz in der Ernährung des Menschen. EPA und DHA regulieren Triglyceridspiegel, Entzündungsprozesse sowie neuronale Entwicklung. Fisch ist der wichtigste Lieferant zur Deckung des täglichen Bedarfs an langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Aufgrund begrenzter fischereilicher Ressourcen wird der Bedarf aus Aquakulturen gedeckt. Zur Gewährleistung von Fischgesundheit und Produktqualität ist noch immer eine Supplementation der Fischdiäten mit Omega-3-Fettsäuren notwendig, da das Konversionspotential diätetischer alpha-Linolensäure zu EPA und DHA in Süß- und Seewasserfischspezies zu gering ist. Daher sind für die Aquakultur innovative Strategien erforderlich, um die die endogene Synthese von Omega-3-Fettsäuren im Fisch zu steigern. Der limitierende Schritt ist dabei die Delta-6-Desaturierungsgeschwindigkeit, welche alpha-Linolensäure in Stearidonsäure konvertiert, sodass folgend EPA und DHA gebildet werden. Resveratrol scheint dabei ein wirksamer Induktor der Delta-6-Desaturierungsreaktion zu sein. Eigene Vorarbeiten in Hepatozytenkulturen zeigten eine Resveratrol-abhängige signifikante Erhöhung der Delta-6-Desaturase einhergehend mit einem Anstieg hepatischer EPA- und DHA-Konzentrationen. Es soll nun im Süßwasserspeisefisch Regenbogenforelle vergleichend zum Salzwasserspeisefisch Wolfsbarsch geprüft werden, ob diätetisches Resveratrol (wassertemperaturabhängig) auch eine Steigerung der endogenen Omega-3-Fettsäuren-Synthese in vivo bewirken kann. In Plasma, Leber und Fischfilet werden Fettsäurespektren, Omega-3-Fettsäurengehalte und mRNA sowie Proteinspiegel der Delta-6-Desaturase ermittelt. Zur Klärung der zugrundeliegenden molekularen Mechanismen werden darüber hinaus D11-Regenbogenforellenhepatozyten mit wirksamen, nicht-zytotoxischen Resveratrolkonzentrationen supplementiert. Es werden hier ebenfalls Fettsäurespektren und Desaturaseaktivitäten ermittelt. Putativ am Resveratrol-vermittelteten Omega-3-Fettsäurendesaturierungsprozess beteiligte Transkriptionsfaktoren (PPARalpha, STAT, HNF1, RXR, ER) werden mit Hilfe von RNAi Technologie identifiziert und deren Aktivität mittels Elektromobility Shift Assays determiniert.

Prof. Dr. Gerald Rimbach, CAU Kiel, Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Prof. Dr. Carsten Schulz, Wissenschaftlicher Leiter der GMA
MSc. Claudia Grimm, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der CAU

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel